16.02.2012

Polen | Wachock | Farm Animal Service | Rettungseinsatz auf Bauernhof


Am 16.02. fährt unser Team gegen 16:00 Uhr zu einer Routinekontrolle auf einen Hof in Wachock. Hier haben wir schon mehrfach u.a. die Bockhufe eines Fohlens korrigiert, aber die letzten Monate hat sich der Besitzer von insgesamt vier Pferden nicht mehr bei uns gemeldet.
Auch dieses Mal treffen wir ihn nicht an. Es war wohl ein „Bauchgefühl“, das unser Team dazu veranlasste, trotzdem nach den Pferden zu sehen. Der Anblick, der sich unserem Team dann bietet, ist schrecklich. Die vier Pferde stehen auf meterhohem Mist in ihren engen Verschlägen. Überall Schimmel, kein Wasser, kein Stroh, kein Heu. In einer Ecke liegt sterbend Stute „Baska“. Ihr verstörtes Fohlen steht neben ihr. Baska ist nur noch Fell und Knochen.
Unser Team verständigt sofort die Polizei und unseren Tierarzt Dr. Blichartz. Schon wenig später erreicht die Polizei den Hof mit vier Beamten. Der Bürgermeister wird informiert.
Dr. Blichartz trifft um 17 Uhr ein. Baska hat nur noch eine Körpertemperatur von 34 °C, ihr Blut zirkuliert kaum noch und sie befindet sich in einem Schockzustand.  Mit Infusionslösungen versucht Dr. Blichartz ihren Kreislauf zu mobilisieren. Noch am selben Abend kommen zwei Beamte der Staatsanwaltschaft Starachowice, um sich ein Bild der Situation zu machen.
Am 17.02. wird der Pferdebesitzer der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Diese hat auch bereits einen tierärztlichen Gutachter einbestellt, der die Pferde untersuchen und ein gerichtstaugliches Gutachten erstellen wird.
Auch unser Team ist erneut auf dem Hof, um den Tierarzt bei der Behandlung von Baska zu unterstützen. Mit weiteren freiwilligen Helfern schaffen sie es, Baska auf die andere Seite zu drehen.
Unser Team wird beim Bürgermeister von Wachock einbestellt und erfährt, dass die Staatsanwaltschaft alle Pferde beschlagnahmen wird. Jetzt muss schnellstens eine Unterbringungsmöglichkeit gefunden werden. Auch die Kostenübernahme ist ein Problem, denn der Pferdehalter ist komplett mittellos.
AWF und TSB garantieren die Übernahme der Behandlungs- und Unterbringungskosten und unser neuer Hufschmied Micha wird die drei Fohlen im Alter von ca. drei, zwei und einem 1 Jahr zunächst bei sich aufnehmen. Er wird versuchen das junge, wenig entwickelte Fohlen mit den Bockhufen zu retten, aber es ist unklar, ob die Schädigungen der Sehnen nicht schon zu groß sind.

Wir danken der Polizei und der Staatsanwaltschaft von Starachowice, dem Bürgermeister von Wachock, dem Tierarzt Herrn Dr. Blichartz für das sofortige und beherzte Eingreifen und die gute Kooperation zur Rettung dieser Pferde.