21.02.2011

"Schlacht"rinder – Transporte aus EU Staaten in die Türkei


Schockierende Bilder sah ein TSB – Team welches vom 24. bis 31. Oktober 2010 an der türkischen Grenze in Kapikule im Einsatz war. Während dem Einsatz wurden fast 100 Tiertransporte beobachtet und zahlreiche Transporte bis in die Schlachthöfe begleitet. Die Bilder welche die TSB Mitarbeiter mitbrachten sprechen für sich. Tiere leiden auf Langzeittransporten unendliche Qualen. Wenn man bedenkt, dass der einzige „Sinn“ dieser Qual, die Schlachtung bzw. Schächtung im Schlachthaus ist, wird die Abscheulichkeit des Vorganges offensichtlich.
 
Neben Schafen aus Bulgarien, wurden vor allem „Schlacht“rinder aus Ungarn und den Baltischen Staaten, aus Estland und Litauen transportiert. Die Rinder sind bei Eintreffen in der Türkei oft schon seit vielen Tagen, eingepfercht in den Lastwagen,  unterwegs. Viele Tiere haben am Ende ihrer Reise eine Transportstrecke von bis zu 3.000 km hinter sich. Um den Zustand der Tiere zu beschreiben fehlen oft die Worte.


Dabei gibt es klare Regelungen für den Transport von Tieren. Bei Transporten innerhalb der Europäischen Union, sollten die Tiere eigentlich durch die Verordnung 1/2005 geschützt sein. Diese gibt z.b. Transport – und Pausenintervalle, Ladedichte, Standards für die Fahrzeuge sowie Anforderungen bei der Abfertigung vor. Auch für internationale Transporte gibt es Bestimmungen zum Schutz der Tiere, die Türkei ist Vertragspartei und mit in der Verantwortung.
 
Viele Tiere kamen bereits völlig erschöpft an der türkischen Grenze an. Denn auch innerhalb des EU Raums wurden Transportgesetze missachtet. Trotz Überschreitung der maximalen Transportintervalle wurden die Tiere nicht ausgeladen und versorgt. Fahrzeuge ohne „Tränkesystem“ wurden benutzt und völlig unrealistische Transportplanungen genehmigt. Aber die qualvolle Reise war ja für die Tiere an der Grenze noch lange nicht zu Ende.
 
Wegen Grenzformalitäten blieben die Lastwagen in einigen Fällen tagelang an der Grenze stehen.  Für die hilflos ausgelieferten Tiere bedeutete dies im Lastwagen auszuharren. Kein Wasser, kein Futter, kaum Platz zu stehen oder liegen, der Boden voller Exkremente, die Zustände in den stehenden Fahrzeugen waren schrecklich. Manche Fahrer versorgten, die ihnen anvertrauten Tiere in dieser Zeit gewissenhaft – leider waren diese die Ausnahme.  Die TSB-Mitarbeiter liessen nichts unversucht, damit die Tiere wenigstens eine notdürftige Versorgung erhielten. Natürlich, ein Tropfen auf den heissen Stein, vor allem in Anbetracht des Ziels der Tiere, trotzdem wurde die Notversorgung von den Tieren gierig aufgenommen.
 
Die Blicke der Tiere vor Augen, reichte das TSB – Team, sofort nach seiner Rückkehr, bei allen zuständigen Behörden Beschwerden ein. Die Türkische Botschaft hat nun dem TSB in einem Schreiben versichert, dass die Formalitäten der Tiertransporte, dank personeller Aufstockung, in Zukunft effizienter abgewickelt werden. Ausserdem sollen bei Bedarf, Wasser und frisches Futter zur Verfügung stehen.
 
Auf Grund des TSB Beschwerdeschreibens haben auch die ungarischen Behörden Sanktionen gegen eine Transportfirma und die Behörden an einem Versandort angekündigt. Offenbar haben auch die Behörden bemerkt, dass diese Transportbedingungen nicht tragbar sind. Der TSB wird die Situation weiter beobachten und dafür sorgen, dass abgegebene Versprechen von behördlicher Seite eingehalten werden.

Iris kontrolliert einen Tiertransport

Durstig

Erschöpft

Kaum Platz zum Liegen

Hinter Gitter

Iris beim Heu füttern

Iris im Einsatz und Strassenhund

Johannes versorgt Streunerhündin und ihre Welpen

Johannes wird von Streunerhund begleitet

Kaum Platz