Nachdem wir jetzt mehrfach, im Oktober 2010, im April und Juli 2011, die unwürdigen Bedingungen dokumentiert haben, unter denen Tiere aus der Europäischen Union in die Türkei transportiert werden, hat unsere Tiertransport- Koalition, Eyes on Animals, Compassion in World Farming und die Animal Welfare Foundation jetzt zahlreiche Beschwerden bei den Verantwortlichen eingereicht.
Der türkische Zoll wird seit 2003 unter enormer finanzieller Unterstützung der EU auf den europäischen Markt vorbereitet, offensichtlich leider nicht auf den Umgang mit lebenden Tieren. So lässt der türkische Zoll fast jeden Tiertransporter mit „Schlacht“bullen abladen, einzeln verwiegen und wieder aufladen. Ein enormer Stress für die Tiere. Wenn ein einzelner Bulle auch nur 600 gr unter dem erforderlichen Einfuhrgewicht liegt, wird er beschlagnahmt und der ganze Transport steht unter Umständen mehrere Tage bis zur Änderung der Zollpapiere. Während dieser Zeit sind die Transporter meist in glühender Hitze geparkt, denn es gibt nirgends eine Ablademöglichkeit und auch keinen Schatten. Im Februar dieses Jahres hatte uns das zuständige Ministerium in Ankara über die Botschaft mitteilen lassen, der Zoll würde sich um eine schnellere Abwicklung und Versorgung der wartenden Tiere bemühen. Passiert ist offensichtlich nicht viel und deshalb haben wir erneut Beschwerde eingelegt.
Auch die exportierenden EU Mitgliedstaaten und die EU sind erneut zu dringendem Handeln aufgerufen worden. Von der EU Kommission fordern wir ein sofortiges Ausfuhrverbot für „Schlacht“tiere in die Türkei, aufgrund der permanenten Missachtung der EU-Gesetze auf dieser Route. Zwar hat die Kommission in einem Antwortschreiben eine Untersuchung und Maßnahmen angekündigt, diese sind aber unseres Erachtens nach nicht ausreichend.
Die Tierschutzprobleme beginnen schon bei der Abfertigung, z.b. in Ungarn und Bulgarien, mit der Genehmigung nicht plausibler Transportpläne und ungeeigneter Transportfahrzeuge, oder der Beladung zu vieler Tiere, die dann auch noch ohne jegliche Einstreu transportiert werden. Ein Versagen auf ganzer Linie ist auch den bulgarischen Veterinärbehörden an der EU- Außengrenze vorzuwerfen, die um die Probleme wissen, aber wenig Engagement zur Durchsetzung der EU- Gesetze zeigen.
Als Mitverantwortliche sind da noch die Transportfirmen, denen die Tiere ja direkt anvertraut sind. Es gibt erfreuliche Ausnahmen, aber zu viele Firmen lassen den Tieren nicht einmal ein Mindestmaß an Versorgung zukommen. Wir bemühen uns diesbezüglich gerade darum, dass einer holländisch/ deutschen Firma die Zulassung für lange Beförderungen entzogen wird.
Wir bleiben dran und informieren Sie weiter.
Unser Beschwerdeschreiben an die EU-Kommission können Sie hier herunterladen.
Hier das Antwortschreiben der EU-Kommission auf unsere Beschwerde.

