14.07.2011

Türkei Schweiz | Tiertransporte | Druck auf EU Kommission


Der Tierschutzbund Zürich (TSB) war zusammen mit der  Partnerorganisation Animal Welfare Foundation (AWF), sowie Eyes on Animals (EoA) und Compassion in World Farming (CIWF) einmal mehr an der bulgarisch/türkischen Grenze, um die Transportbedingungen der Tiere zu kontrollieren und dokumentieren. Die Bilder, welche sich dem engagierten Team boten waren schrecklich und haben sich tief ins Gedächtnis eingeprägt. 

Massiv überfüllte Lastwagen, verletzte, sterbende Tiere, fehlendes Wasser, keine Ventilation, verdreckte Ladeflächen und über allem die sengende Hitze der Region. Aus bürokratischen Gründen werden die Transporte teilweise tagelang an der Grenze festgehalten. Die Tiere blieben eingepfercht in drangvoller Enge, Gestank, Hitze, Hunger und Durst - unvorstellbar!

Das Team verbrachte eine Woche damit, die ankommenden Lastwagen zu kontrollieren. Über die Mängel wurde minuziös Buch geführt, Fotos belegen die Missstände und das Elend wurde gefilmt.

Die Unterlagen werden veröffentlicht, das Medieninteresse war sogar in der Türkei gross. Mit dem Beweismaterial soll aber vor allem der Druck auf die europäischen und türkischen Behörden erhöht werden. Gemeinsam werden die Organisationen Beschwerdebriefe einreichen und die EU Kommission auffordern diese Transporte, aufgrund der regelmässigen Verstösse gegen die EU-Tierschutztransportverordnung, zu stoppen.

Und dann gibt es für die Mitarbeiter immer besonders bewegende Begegnungen mit einzelnen Tieren. Das sterbende Schaf, welches seinen Kopf vertrauensvoll in die Hände der Tierschützer legt. Der erschöpfte Stier, der obwohl er nicht mehr gehen kann, gewaltsam wieder in den Lastwagen geladen und noch weitere 750 km nach Ankara transportiert wird. 2 Teams begleiten das Tier auf diesem Weg und fahren dem Lastwagen hinterher. "Zoltans" Reise endet auf einer "Mastfarm", dort wird er für eine Weile von den Tierschützern umsorgt. Danach wird er gezwungenermassen seinem Schicksal überlassen - auch in seinem Namen, werden wir diese wichtige Arbeit weiterführen.

Willkommene Abkühlung für "Zoltan"

Barbara betreut das sterbende Schaf

Barbara und Margreet kontrollieren den Transporter

Das leidende Tier liegt in seinen Exkrementen

Die Rinder brauchen dringend Wasser

Die Temperatur im Laderraum ist unerträglich

Die Tiere beschnuppern ihren erschöpften Kumpanen

Die Tiere können nicht ausweichen

Endlich Wasser

Immer wieder klemmen sich Schafe auf dem Transporter die Beine ein