Aktuelle Auswertung Farm Animal Service 2011: 8 Monate - 161 Höfe - 358 Pferde und Rindern

Ein Erfolg, der sich in Zahlen ausdrückt: In nur acht Monaten wurden 161 Bauernhöfe/Tierhaltungen kontrolliert. Insgesamt wurden dabei 358 Pferde und Rinder behandelt, manche mehrmals über einen längeren Zeitraum.

Im Mai 2011 startete unser Farm Animal Service, um in der Region Heiligkreuz und Lublin erste Hilfe für Rinder und Pferde auf den Höfen zu leisten. Schwerpunkt war die Hufkorrektur und Parasitenbehandlung von „Arbeits“pferden auf den kleinen Bauernhöfen.

Unser Team der FAS II, dessen Schwerpunkt in der Gegend von Lublin lag, besuchte von Mai bis Oktober insgesamt 68 Höfe und behandelte dort 143 Tiere, überwiegend Pferde. Leider mussten wir Ende 2011 wegen einem Personalengpass, die Arbeit in dieser Region einstellen.
Das Team der FAS I besucht in 8 Monaten 93 verschiedene Höfe und behandelt 215 Tiere, überwiegend Pferde und Rinder.

Die geleistete Hilfe auf den Höfen ist in erster Linie die Hufkorrektur von Pferden und Klauenkorrektur bei Rindern. Oft ist unser Team aber auch erste Anlaufstelle bei der häufig durch falsche Fütterung- und Haltung auftretenden Hufrehe, die wir dann in enger Zusammenarbeit mit Tierärzten behandeln. Häufig wissen sich die Bauern aber auch bei Parasitenbefall ihrer Tiere nicht zu helfen, oder bei hartnäckiger Mauke. Unser Team leistet Soforthilfe, klärt die Tierbesitzer auf über Haltungs- und Fütterungsfehler und versucht die Haltung der Tiere positiv zu verändern.  Dabei werden Anbindeketten durch Halfter ausgetauscht, Unterstützung beim Bau von Paddocks geleistet und die Haltung der Hofhunde angesprochen und verändert.

Erfolge 2012

20.2.2012: Kommission nimmt Kontrollstelle in Svilengrad/Bulgarien von der Liste

Es wird immer schwieriger für einige Händler und Spediteure beim Transport in die Türkei zu betrügen.
Am 20.01.2012 informierten Eyes on Animals, AWF und TSB die zuständigen Stellen bei der EU Kommission über den Verdacht, dass die Kontrollstelle (Versorgungsstation für Tiere im Transit) in Svilengrad/ Bulgarien geschlossen ist und überhaupt nicht zur Entladung und Versorgung von Tieren genutzt werden kann. Trotzdem fanden wir sie häufig in den Begleitdokumenten als 24 stündigen Ruhe- und Versorgungsstopp, obwohl die Tiere dort niemals entladen und versorgt wurden.
Die Ermittlungen der Kommission haben jetzt ergeben, dass unser Hinweis richtig war und hat am 20.02.2012 eine überarbeitete Liste der zugelassenen Kontrollstellen herausgegeben. Ebenfalls wurden die zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten über den Status der Kontrollstelle informiert. Diese Station sollte jetzt bei keinem Transport mehr als Versorgungsstation angegeben sein. 

10.2.2012 - Polen | Region Bodzentyn | Anzeige im Fall Sobotka wirkt!

Das Veterinär- und Bürgermeisteramt schreiten ein
Fast vier Wochen lang versuchte unser Team einen Tierhalter in Sobotka zu unterstützen u.a. mit Futterspenden und mit tierärztlicher Behandlung seiner teilweise kranken und unterernährten  Tiere. Allerdings war er nicht bereit Zugeständnisse zu machen und Tiere abzugeben bzw. seine Hündinnen sterilisieren zu lassen. Als wir bei einem erneuten Besuch feststellten, dass für die Tiere kein Futter mehr vorhanden ist, informierten wir das zuständige Veterinäramt in Opatow, das noch am selben Tag eine Inspektion auf dem Hof durchführte. Der ebenfalls verständigte Bürgermeister organisierte Heu und Hundefutter für die Tiere. Jetzt wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, was mit den Tieren passiert.

Polen Januar 2012

Im Januar wurden von unseren Tierärzten insgesamt 56 Tiere kastriert. In der Gemeinde Wachock sind bisher im Rahmen unseres Projektes 305 Hunde und 255 Katzen kastriert worden. Seitdem wir in Kooperation mit der Gemeinde Wachock die Hunde identifizieren und registrieren, wurden 198 Hunde mit einem Mikrochipp versehen.  

11.1.2012 - Großes Presseecho: "Zwei Drittel aller EU-Tiertransporte in die Türkei verlaufen gesetzeswidrig"

11.1.2012: Tierschutzorganisationen legen gemeinsame Dokumentation vor

Eine Dokumentation der europäischen Tierschutzorganisationen Compassion in World Farming, Eyes on Animals, Animal Welfare Foundation und Tierschutzbund Zürich über Tiertransporte aus der EU in die Türkei offenbare eklatante Tierschutzverletzungen. Bei zwei Dritteln (67 Prozent) der 158 kontrollierten Tiertransporte fänden die drei Organisationen Verstöße gegen die geltende EU-Tierschutzverordnung. „Wir haben 2011 in zeitlichen Abständen Kontrollen durchgeführt. Immer mit dem selben Ergebnis, obwohl wir unsere Berichte an die  Kommission weitergeleitet haben. Die EU-Kommission nimmt ihre Aufsichtsfunktion nicht wahr“, so Iris Baumgärtner, Projektleiterin ... (Pressemeldung komplett)
Hier finden Sie einen Auszug aus den Berichterstattungen der Medien ....

Erfolge 2011

 

In sechs Monaten 500 Hunde behandelt!

Die Gemeinde Wachock lädt unser gesamtes Team  zu einer Pressekonferenz in den Sitzungsraum der Gemeinde ein. Mit dabei sind Journalisten von TV Starachowice, Radio „Echo Dnia“ und von einer Tageszeitung.

Seit Juni 2011 unterstützt der TSB Zürich die Gemeinde Wachock bei der Kastration von Hunden und Katzen. Die Hunde werden gechipt und in einer überregional vernetzten Datenbank registriert. Der Vizebürgermeister von Wachock berichtet über die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit dem TSB Zürich und auch über die bereits offensichtlichen Erfolge, denn es werden nicht mehr soviele ausgesetzte Welpen gemeldet.

Ab 2012 werden zwei weitere Gemeinden bei dem Projekt mitmachen. Weitere Anfragen sind nach den Pressemeldungen zu erwarten.

Unser TSB-Team hat alleine in der Gemeinde Wachock bisher 280 Hunde und Katzen kastriert.  Insgesamt hat unser Team, gemeinsam mit unseren polnischen Tierärzten über 500 Tiere in der Region behandelt, dazu gehören Kastrationen, Entwurmungen und vor allem die Behandlung von verletzten Hunden und Katzen.

Tiertransporte | Gütesiegel aberkannt

Kein Einzelfall: Elendlich gestorben auf dem Transport.

Türkei
Im April und Juli 2011 dokumentierten wir zwei Transporte der Firma Keus & Mollink in der Türkei, bei denen es tote und verletzte Rinder gab. Wir erstatteten Strafanzeige gegen die Firma die, u.a. niederländische und deutsche Zulassungen hat. Außerdem führte eine unserer Partnerorganisationen, Eyes on Animals, ein Gespräch mit der niederländischen Firma QLL (Quality Systems Livestock Logistics), bei der die betreffende Transportfirma zertifiziert ist.

Bei der Transportfirma wurde daraufhin ein unangemeldeter Besuch durchgeführt mit dem Ergebnis, dass das Gütesiegel aufgrund gravierender Mängel aberkannt wurde.
Siehe auch ... 
(Tipp: Im Formular auf das blaue Fragezeichen klicken, dort steht die Begründung)

FAS | Der Fall Tarik

Eingesperrt in einem Loch ohne Licht und Luft.
Gefüttert durch ein Loch in der Decke.

Vor der Gründung des AWF wurde Hengst Tarik (letztes Jahr, 2010) vom Team der Mobilen Klinik (Anna Lorenzen, Bogdan Markiewicz, Nadja Lorenzen, Iris Baumgärtner, Projektleitung und York Ditfurth, damals alle noch bei Animals' Angels) entdeckt. Über Wochen wurde im Stall nicht gemistet. Die Tür war von innen bis zur Hälfte durch eine dicke, stinkende Mistschicht versperrt.

Gefüttert wurde Tarik von oben, durch ein Loch in der Decke. Tarik konnte nur noch hier seinen Kopf anheben, im Stall stand er mit dem Rücken an der Decke. Wir starteten sofort mit der Befreiung, zumal die Gefahr bestand, dass der Stall zusammenbricht. Tarik wurde in einen anderen Stall gebracht, zum Bruder des Besitzers. Nachdem Animals' Angels das Projekt Polen eingestellt hat und der AWF es übernahm (auch das Einsatzteam wechselte zum AWF), kontrollierten wir Tarik´s Haltung und fanden ihn erneut in dem baufälligen Stall des Besitzers vor.

Wir informierten die Behörden, die Auflagen erteilten, aber nicht bereit waren, das Pferd zu beschlagnahmen. Pferde sind in dieser Gegend häufig noch die Lebensgrundlage der kleinen Bauern, die mit ihnen die Feldarbeit bestreiten.

Heute steht Tarik in einem anderen Stall, zwar noch immer nicht so, wie wir es fordern gegenüber dem Besitzer und den Behörden. Es gibt jedoch einen Hoffnungsschimmer: Der Besitzer baut derzeit (Oktober 2011) einen Auslauf. Wir bleiben dran und lassen Tarik nicht im Stich.

FAS | Der Fall Jacus

Im Juni 2011 hat sich am deutlichsten gezeigt, wie wichtig es ist, durch unseren Huf- und Klauenservice auf die sonst unzugänglichen Höfe zu kommen. Unser Team entdeckt den seit einem Jahr angeketteten Hengst „Jacus“ in einem dunklen Stall. Der Hengst ist so aggressiv, dass wir uns kaum nähern können. Dann entdecken wir die Ursache seines ungewöhnlichen Verhaltens: die Kette hat sich viele Zentimeter tief in seinen Hals eingeschnitten und bei jeder Bewegung muss er wahnsinnige Schmerzen haben. Wir befreien den Hengst von der Kette und erstatten Anzeige wegen Tierquälerei beim zuständigen Veterinäramt. Jacus lebt heute bei unserem Hufschmied Bogdan und genießt sein neu gewonnenes Leben.

Angekettet im dunklen Stall.
Kette in den Mähnenkamm eingeschnitten.
Kette entfernt mit Geweberesten.
Versorgte Wunde. Tiefe ca. 8 cm.
Jacus mit Freund Hubert auf der Weide.