Projektbericht 2011: Hunde in Polen

2011: Jahresstatistik Hundeprojekt Polen

Unser Team fährt fast täglich zu Kontrollbesuchen auf Bauernhöfe (Farm Animal Service) in der Region Bodzentyn. Auf jedem Hof sind Hunde, meist angekettet, oft verwahrlost und Wind und Wetter schutzlos ausgeliefert. Tierschutzbund Zürich (TSB) und Animal Welfare Foundation (AWF) arbeiten Hand in Hand, um das Tierelend in dieser armen Region Polens zu bekämpfen. Wir schauen gemeinsam auf alle Tiere eines Hofes und der TSB kümmert sich zusätzlich noch um die herrenlosen Hunde und Katzen in den Gemeinden Wachock, Brody und Pawlow. Seit Start des Projektes wurden 679 Tiere behandelt, 144 herrenlose Hunde und Katzen eingefangen, behandelt und je nach Alter und Gesundheitszustand in ein neues Zuhause vermittelt oder dort wieder frei gelassen, wo sie aufgefunden wurden. Siehe auch nebenstehende Grafik.

Das Hundeprojekt in Kooperation mit der Gemeinde Wachock

Den „klassischen“ Straßenhund gibt es in Polen nur vereinzelt. Streunende Hunde in Polen sind überwiegend Hunde, die ausgesetzt wurden oder sich verlaufen haben. Deshalb gilt es in erster Linie die Besitzer von Hunden von einer verantwortungsbewussten Hundehaltung und der Notwendigkeit von Kastration/ Sterilisation, zu überzeugen.

Das polnische Tierschutzrecht (Art.11)  sieht vor, dass Gemeinden besitzerlose Hunde verpflegen und Maßnahmen durchführen um dem Problem  unerwünschter Hunde vorzubeugen, u.a. Kastration/ Sterilisation.  Doch obwohl die Kosten für eine  Kastration vergleichbar gering sind,  geben einige polnische Gemeinden viel Geld für die Unterbringung und Verpflegung besitzerloser Hunde aus, ohne aber das Problem der hohen Geburtenrate tatsächlich anzugehen.

Die in der Woiwodschaft Heiligkreuz gelegene Gemeinde Wachock  konnten wir als erste von unserer Projektidee überzeugen. Im Mai 2011 starteten wir ein Kooperationsprojekt mit dem Ziel, die Situation der Hunde nachhaltig zu verbessern.

Dazu gehört  in erster Linie die Kastration von Streuner – und  Besitzerhunden, ggf. deren Vermittlung in Polen, aber auch die Kastration von  Katzen.  Das ist unsere Aufgabe in Koopration mit de3 deutschen Animal Welfare Foundation. Gleichzeitig wurden mit der Gemeinde Rahmenbedingungen erarbeitet,  um die Hundepopulation zu kontrollieren, wie z.b. verpflichtende Kennzeichnung durch Mikrochips und die Registrierung der Hunde in einer europaweit vernetzten Datenbank. Die Kosten dafür trägt die Gemeinde selbst.  Die Gemeinde macht zusätzlich die Öffentlichkeitsarbeit, damit möglichst viele Hundebesitzer sich beteiligen.

Damit haben wir „einen Stein ins Rollen gebracht“ und es fanden bereits Gespräche mit weiteren interessierten Gemeinden statt, die an dem Projekt teilnehmen wollen. 

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